Die Perspektive des Anderen

Gleich nach der Schule habe ich ein Jahr in England verbracht und erste Erfahrungen mit interkulturell bedingten Missverständnissen gemacht. Als Expat in Spanien habe ich später zehn Jahre lang Feldstudien zum Thema Interkulturalität und Auslandserfahrung betrieben. Dabei habe ich nicht etwa eine einheitliche Kultur kennengelernt, sondern viele verschiedene, die – durchaus gleichzeitig und am selben Ort – doch höchst unterschiedlich waren. In Barcelona habe ich nicht nur in einer katalanischen und einer spanischen, sondern auch in einer lateinamerikanischen Kultur gelebt, in Pamplona habe ich erfahren, dass man gleichzeitig Baske und Navarrer und höchst konservativ sein kann, wenn auch nicht politisch. Auf Teneriffa schließlich stellte ich fest, dass die Verbindung der kanarischen Inseln mit Lateinamerika, speziell Venezuela, Bewohner samt Sprache wie mit einem Weichzeichner überzogen hat (was sie sehr liebenswert macht). Ich selbst musste meine Rolle als "Deutsche" und die Erwartungen und Bilder, die meine Nationalität und mein Aussehen bei meinem Gegenüber hervorriefen, ständig reflektieren.

All dies hat sich mit meinem Beruf und meiner Berufspraxis verwoben und als ich im Sommer 2012 durch Zufall von der Fortbildung "interkultureller Coach" hörte, erschien es mir wie die logische Fortsetzung einer Reise, die ich vor mehr als 30 Jahren angetreten habe.

Ich habe im August 2013 bei interculture in Jena das Zertifikat Interkultureller Coach (ECA) - systemisch-konstruktivistischer Ansatz - und im September 2015 das Zertifikat Interkulturelle Trainerin erworben. Ich coache und trainiere in meinen drei Arbeitssprachen Deutsch, Spanisch und Englisch.