Tipps für Redner auf internationalen Veranstaltungen bzw. Eventmanager selbst

So wird Ihre Veranstaltung ein Erfolg!

Besonders wenn Veranstalter bzw. Redner keine Erfahrung mit der Arbeit mit Dolmetschern haben, stellen sie oft Erwartungen an uns, die wir nicht erfüllen können.

Eine schlecht vorbereitete Konferenz ist ärgerlich für alle:

  • Der Veranstalter ist verärgert, wenn das Ziel nicht erreicht wird,
  • die Teilnehmer sind sauer, weil sie nicht alles verstehen,
  • die ausländischen Redner sind genervt, weil sie falsch oder gar nicht verstanden werden,
  • und die Dolmetscher haben Mühe, weil die Arbeit so anstrengend ist.

 

Mit diesen Maßnahmen können Sie viel bewirken (und die Dolmetscher sehr unterstützen):

Wenn Sie Veranstalter sind, ...

  • ... machen Sie sich bewusst, dass die Dolmetscher keine Automaten sind, auf die man drücken kann und dann reden sie, solange man will.
    (Ein Witz, den wir uns gern erzählen, ist der vom Konferenzteilnehmer, der am Ende bei der Abgabe seines Kopfhörers fragt, ob er diesen kaufen kann, weil es so praktisch sei, alles gleich in der Landessprache zu hören…).

  • ... stellen Sie den Dolmetschern möglichst das ganze Material mindestens eine Woche vor Beginn der Veranstaltung zur Vorbereitung zur Verfügung. Wenn alle Zuhörer Texte erhalten, auf die sich sowohl die Redner als auch das Publikum in Wortbeiträgen beziehen, brauchen auch die Dolmetscher diese Texte als Handout. Dies gilt auch dann, wenn der Text zusätzlich an die Wand gebeamt wird.
    Es passiert oft, dass mitten in einer Veranstaltung Stapel von Kopien verteilt werden, die zwar für alle Kongressteilnehmer sorgfältig abgezählt sind, aber für die Dolmetscher bleibt keine mehr übrig.

Wenn Sie Redner sind, ...

  • ... vermitteln Sie Ihren Zuhörern das Gefühl, dass Sie wirklich verstanden werden möchten!
    Auch wenn alle Teilnehmer Fachkollegen sind und mehr oder weniger am selben Thema arbeiten, versuchen Sie dennoch, Ihr Publikum zu begeistern! Jeder hat nur eine gewisse Aufmerksamkeitsspanne und das Pensum einer gewöhnlichen Konferenz geht weit darüber hinaus.

  • ... versuchen Sie, die Sachverhalte einfach darzustellen. Hohen Sachverstand erkennt man nicht an komplizierten Formulierungen, sondern daran, dass Sie Ihre Informationen mit einfachen Worten wiedergeben können.

  • ... vermeiden Sie es auf jeden Fall, einen Text vorzuformulieren und dann schnell abzulesen, weil z.B. der Vorredner überzogen hat und die Zeit drängt.
    Erstens neigt man dazu, Schachtelsätze zu bilden, die keiner versteht. Und zweitens schläft man als Zuhörer fast ein, wenn jemand einen Vortrag abliest. Die einzige, die Ihnen noch zuhört (und dabei allerdings Qualen erleidet!), ist die Dolmetscherin.

  • ... schauen Sie Ihr Publikum ab und zu mal an. Sie dürfen sogar mal in die Dolmetschkabine gucken, um zu sehen, ob man Ihnen dort vielleicht etwas mitzuteilen hat. Wenn kein Leben mehr zu erkennen ist, ist es höchste Zeit für eine Pause.

  • ... halten Sie sich kurz: Wenn Sie vor die Wahl gestellt werden, ob Sie noch eine gedankliche Klammer hinzufügen, weil sie eigentlich doch noch dazu gehört, lassen Sie sie weg. Ihre Zuhörer werden es Ihnen danken, und später beim Kaffee ergibt sich vielleicht noch eine andere Gelegenheit, darüber zu sprechen.

  • ... seien Sie anregend! Versuchen Sie, die Fantasie oder den Humor Ihrer Zuhörer anzuregen. Sie werden Ihnen zu Füßen liegen!